Konzerte
 



Mi, 13.10.2010
20:00 Uhr
Festhalle Frankfurt
Ludwig-Erhard-Anlage 1
60327 Frankfurt/Main
 
 Bild
14.10.2010

Dieser Westernhagen bringt die Festhalle zum Beben

Härter, rockiger und so gut wie noch nie

6500 Fans in der Festhalle im Westernhagen-Rausch. Mit einem frischen Mix aus neuen Songs und Klassikern zeigt sich Marius Müller-Westernhagen (61) rockiger, blusiger und härter wie nie zuvor.

Sonnenbrille, blauer Samtschal und Retro-Hemd. Westernhagen rockt aus seinem neuen Album „Williamsburg“. Blusig: „Wir haben die Schnauze voll“. Die ­Gitarristen, exzellent. Massen-Mitsingen und Mitsummen bei den Klassikern: „Sexy“, Willenlos“, „Johnny Walker“ „Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz“. Westernhagen spielt auf der Mundharmonika.

Aber der Rocker kann’s auch romantisch: Schmusesong-Attacke! Auf einer riesige Leinwand züngeln Kerzenlichter. „Durch Deine Liebe“, „Freiheit“. Es wird geschunkelt, umarmt. Die Fans begeistert: „So einen guten Westernhagen haben wir die letzten 20 Jahre nicht erlebt.“ Viele sind mit Westernhagen mitgealtert. Aber auch ganz neue, junge Anhänger sind in die Festhalle gekommen. Entspannt, happy. Trotzdem blieben 3000 Karten unverkauft.
 
Offenbach-Post
15.10.2010
Schwung früher Jahre

Es gab Zeiten, da füllte er mühelos die größten Stadien Deutschlands. Doch von diesem Tour-Gigantismus hat sich Marius Müller-Westernhagen bereits vor einigen Jahren zurückgezogen.

Am Mittwochabend bewies der 61-Jährige allerdings, dass er auch im „kleinen“ Rahmen der Frankfurter Festhalle noch immer zu den ganz großen Nummern im deutschen Musikgeschäft zählt. Mit alten und neuen Songs seines aktuellen Albums „Williamsburg“ begeisterte der Star seine Fans.

Fast zweieinhalb Stunden lang beweist Westernhagen, dass er nichts, aber auch gar nichts vom Schwung früherer Jahre verloren hat – im Gegenteil. Seine Bühnenpräsenz ist noch immer einzigartig, sein druckvoll-kehliger Gesang einmalig. Von „Jesus“ bis „Johnny Walker“ spannt sich der 26 Stücke umfassende Songreigen, während dessen nicht wenige Fans – das Publikum dürfte im Schnitt weit jenseits der 30 gewesen sein – wohl in Jugenderinnerungen schwelgen.

Bei Klassikern wie „Willenlos“, „Fertig“, „Mit Pfefferminz“ und dem unvermeidlichen „Sexy“ explodiert die Stimmung im weiten Rund, das allerdings, vermutlich wegen der gepfefferten Eintrittspreise, nicht zur Gänze gefüllt ist. Der Auftakt kommt fast spießig daher: Tanzende Spotlights auf gerafften Vorhang, dazu Showmusik. Doch dann geht’s ab. Westernhagen, drahtig wie eh und je, im schwarzen Anzug mit schwarz-weiß gepunktetem Hemd, erobert mit seinem für ihn typischen leicht staksigen Gang die riesige Bühne.

Seine zum Markenzeichen gewordene kreisrunde, goldgeränderte Sonnenbrille wird er das ganze Konzert nicht abnehmen. „Es geht mir gut“ lässt der Star sein Publikum gleich zu Beginn musikalisch wissen, und alle singen mit. Aber auch die neuen Songs seines aktuellen Gold-Albums „Williamsburg“ wie „Typisch du“, „Schinderhannes“ oder „Zu lang allein“ wissen zu gefallen.

Begleitet von hervorragenden Musikern und umrahmt von einer perfekten Light- und Videoshow bietet Westernhagen in der Frankfurter Festhalle beste Unterhaltung. Der 61-Jährige nimmt sein Publikum mit auf eine Gefühlsreise von melancholisch („Durch deine Liebe“) bis ausgeflippt („Mit 18“). Und wenn er zum Abschluss seine Hymne „Freiheit“ anstimmt und Tausende einstimmen, ist das Gänsehaut pur.
 


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